IS - die terroristische Seite des Islams?

 

Die terroristische Gefahr des sogenannten "Islamischen Staates" hat sich inzwischen vom Nahen Osten auf Europa ausgeweitet. Der IS verzeichnet Taten unermesslicher Grausamkeiten - von Vertreibungungen der Minderheiten bis hin zu Morden und Massenexekutionen - und bedient sich dabei trotz seiner historisch anmutenden Ausrichtung modernster Methoden, sowohl bei der Finanzierung als auch der medialen Wirksamkeit. Dabei forciert er die Angst vor der islamischen Religion und profitiert sogar davon.

 

Um den IS verstehen und seine Erfolge nachvollziehen zu können, bedarf es einer Auseinandersetzung mit folgenden Fragen:

 

Was ist der "Islamische Staat"? Kann überhaupt von einem Staat gesprochen werden? Wie kam es zu seiner Ausbreitung in den "failed states" Irak und Syrien? Was ist ein "Kalifat" und woraus soll eine "Umma" in der Vorstellung des IS bestehen?

 

Ist der IS religiös legitimiert? Werden islamische Grundlagen wie der Koran oder die Scharia vom IS neu interpretiert?

 

Was will der IS? Lassen sich bei der Betrachtung seiner Ziele vielleicht Ansatzpunkte zur Bekämpfung der terroristischen Gefahr finden?

 

Eine Auseinandersetzung mit den historischen und religiösen Grundlagen ist hilfreich und sinnvoll, um zu einem besseren Verständnis und einem gezielteren Umgang beitragen zu können - nicht nur für die Länder des Nahen Ostens, sondern auch für Europa und die immer stärker werdende, oft auf Unwissenheit oder falschen Informationen basierende Ablehnung des Islams und der Muslime. Nicht vergessen werden darf auch, dass die arabischen Länder zwar größtenteils muslimisch geprägt sind, hier aber viele Religionen aufeinander treffen und nur ein gemeinsamer Zusammenhalt nachhaltig für Stabilität sorgen kann.