Die arabische Stammeskultur zur Entstehungszeit des Islams

 

Von allen Religionen der Welt wird seit jeher keine so falsch interpretiert wie der Islam. Durch Selbstmordanschläge, Kriege, Terrororganisationen "im Namen des Islams" steht er verstärkt im Fokus der Öffentlichkeit. Muslimen wird potentiell eine Neigung zur Gewalt, zum Extremismus, zum Terrorismus vorgeworfen und dem Koran ein zerstörerischer, nicht zuletzt frauenverachtender und intoleranter Charakter unterstellt.

 

Ist die islamische Religion wirklich so gewalttätig wie sie dargestellt wird? Lässt sich die eigentliche islamische Idee, die der Prophet Muḥammad vermittelte, durch einen perspektivischen Wechsel vielleicht neu interpretieren? Wie konnte der Islam überhaupt entstehen?

 

Die vorislamische Stammesgesellschaft der Arabischen Halbinsel lebte weder im kultur- noch im traditionsfreien Raum. Das Aufkommen des Islams bezeichnet also nicht den Beginn von etwas völlig Neuem, sondern basiert auf den Traditionen einer bereits bestehenden und entwickelten Kultur. Eben deshalb ist der Islam nur in seinem historischen Entstehungskontext zu verstehen. Eine Betrachtung der vor- bzw. frühislamischen Gesellschaft kann daher wertvolle Informationen vermitteln und zu einem grundlegenden Verständnis und dem Abbau von Vorurteilen beitragen.